Wenn man an Surfspots weltweit denkt, dann kommen einem vermutlich erstmal Länder wie Portugal, Bali und Hawaii in den Sinn. Aber Mexiko? Ganz ehrlich, bis vor Kurzem wussten wir nicht, dass man dort surfen kann. Seitdem wir uns aber ein wenig in der „Surferbubble“ befinden wird uns online auch mehr zu diesem Thema inklusive Surfspots weltweit ausgespielt. Ziemlich praktisch, wenn man nach zwei Jahren Surf Journey dazu übergegangen ist Reisen immer danach zu planen, wo man gut surfen kann. Und nein, Profis sind wir noch lange nicht. Wir befinden uns noch immer in der Lernphase, inzwischen sind wir schon eher Intermediate als blutige Anfänger, aber noch immer gibt es vieles zu Lernen.

Kommen wir aber zurück zum eigentlichen Thema: Surfen in Mexiko. Ganz konkret Surfen in einem kleinen Ort an der Pazifikküste Mexikos namens Sayulita. Da es Sayulita nicht nur einmal gibt, muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich um den Ort in Nayarit, Mexiko handelt.

Nachfolgend nehmen wir euch mit auf unserer kleinen Reise auf diesen Teil der Erde und erzählen euch, wie der Surf dort aus unserer Sicht gewesen ist.

Wo man in Mexiko Surfen kann

Die Pazifikküste in Mexiko bietet zahlreiche Surfspots mit wirklich guten Wellen für jedes Level von Anfänger bis Profi sowie Shortboards und Longboards. Da wir uns auf einem anfänglichen Intermediate Level befinden und Longboards surfen, haben wir uns natürlich vor allem mit den dafür passenden Spots in Mexiko auseinander gesetzt.

Generell sind die Regionen Oaxaca, Guerrero und Nayarit die bekanntesten für guten Surf. In unserer engeren Auswahl waren La Saladita, Puerto Escondido und Sayulita. Geworden ist es am Ende Sayulita, da uns der Vibe von dem, was wir online gesehen haben, am besten gefallen hat.

Alle drei Orte sind sowohl für Anfänger als auch Intermediate Surfen geeignet, innerhalb dieser Regionen gibt es Spots für Longboards, aber natürlich auch für Shortboards. Ein wenig kommt es auch ganz darauf an zu welcher Jahreszeit man dorthin reist. Generell bietet die Pazifikküste in Mexiko das ganze Jahr über surfbare Bedingungen. In der Trockenzeit von November bis April/Mai sind die Wellen eher kleiner und ruhiger. In der Regenzeit dagegen kann es auch mal größer werden.

Surfspots in Sayulita, Nayarit

Sayulita ist vor allem unter den Longboard Surfern begannt. Direkt am Hauptstrand dieses kleinen Ortes gibt es gleich zwei Surfbreaks – eine rechte und eine linke Welle – sowie einen weiteren Bereich, der für absolute Anfänger geeignet ist. Das ist besonders gut, da man sich so nicht in den Weg kommt und jeder seinen Platz finden kann.

Zunächst erscheint dieser Surfspot wie ein Beach Break, jedoch bricht die Welle über Steinen und Riff und ist somit kein klassischer Beach Break.

Der rechte Break bietet optimale Bedingungen für Longboarder und fortgeschrittene Surfer, der linke Break ist etwas kürzer, schneller und hat mehr Power, er ist somit eher für erfahrene Surfer geeignet.

Da diese Breaks direkt am Hauptstrand in Sayulita sind, kann es natürlich auch schnell etwas voller werden. Aber keine Sorge, denn in der Umgebung gibt es tolle Ausweichmöglichkeiten. Wir sind ein paar Mal nach La Lancha gefahren, dieser Spot ist etwa 20 Minuten mit dem Auto entfernt vom Zentrum in Sayulita. Der Spot ist umgeben von Natur, man läuft vom Parkplatz etwa 10 Minuten durch den Dschungel bevor man am Sandstrand ankommt. Ein Weg, der sich auf jeden Fall lohnt! La Lancha ist ein Reef Break, wir haben von dem Reef aber nie etwas bemerkt, man sollte aber auf jeden Fall eher zur High Tide dort Surfen gehen.

Die Welle in La Lancha ist eine saubere A-Frame Welle. Die Rechte bietet längere, softere Wellen. Die Linke hingegen bricht schneller und steiler. Ein kleines Stück weiter gibt es noch einen weiteren Break, diesen haben wir jedoch nicht ausprobiert.

Da man sich in La Lancha vor Ort keine Surfboards ausleihen kann und es generell immer empfehlenswert ist neue Surfspots mit jemandem zu erkunden, der diese sehr gut kennt, würden wir euch auf jeden Fall empfehlen einen Trip zu buchen. Wir sind mit Stalla Surfcenter unterwegs gewesen und können sie wirklich nur empfehlen. Wir haben unfassbar viel gelernt und uns zu jedem Moment sicher und gut betreut gefühlt. Man fährt vom Shop im Zentrum in Sayulita gemeinsam zum Surf Spot in La Lancha, Boards kann man sich in Sayulita direkt aussuchen und ausleihen. Und nach dem Surf geht es auch wieder gemeinsam zurück nach Sayulita.

Das Wasser – Qualität und Temperatur

Die Wasserqualität scheint ein Thema in Sayulita zu sein – zumindest haben wir nach Ankunft (ja, wir haben uns vorab nicht informiert) einiges dazu gelesen. Vor einigen Jahren noch scheint die Wasserqualität in Sayulita noch ein Problem gewesen zu sein, inzwischen soll es aber eigentlich unbedenklich sein. Wir hatten auf jeden Fall keinerlei Probleme. Natürlich haben wir aber auch keine Massen an Meerwasser verschluckt. Wir waren zur Trockenzeit dort, sodass der Fluss, der am Hauptstrand ins Meer geht, zu der Zeit ausgetrocknet war. Leider ist es jedoch so, dass zur Regenzeit, wenn der Fluss vorhanden ist, Müll mit ihm ins Meer gespült wird. Das wiederum wirkt sich auf die Wasserqualität aus. Wie genau, dazu haben wir keine Erfahrungswerte.

Das schönere Thema im Bezug auf das Wasser in Sayulita ist die Temperatur, die das Meer dort hat. Das Meer in Sayulita sowie La Lancha ist das ganze Jahr über angenehm warm. Man braucht hier also zu keiner Zeit einen Neoprenanzug. Morgens empfanden wir es im Mai teilweise etwas frisch, ich bin im Bikini mit einer 2mm Neoprenjacke drüber gesurft. Tagsüber kann man aber ohne Probleme im Bikini Surfen ohne zu Frieren. Hier ist eher der Sonnenschutz dann ein Thema.

Unser Fazit zu drei Wochen Surfen in Sayulita

Zusammenfassend müssen wir sagen, dass uns Sayulita unglaublich gut gefallen hat. Die Stimmung im Wasser war super angenehm, Regeln und Etikette wurden beachtet, wir hatten nicht das Gefühl unerwünscht zu sein. Der Surf ist zwar nicht vergleichbar mit perfekten Bali Wellen, aber viel besser als die Bedingungen in Europa. Sowohl der Break in Sayulita direkt als auch La Lancha haben uns super viel Spaß gemacht. Die Line-Ups waren selten wirklich voll und so konnte man immer seine Wellen surfen.

Generell hat uns die Region auch unglaublich gut gefallen. Der Vibe in Sayulita ist super entspannt. Überall gibt es kleine Cafés und Restaurants, Boutiquen und Shops. Man entdeckt immer etwas neues, wenn man durch die Straßen von Sayulita schlendert und das obwohl der Ort nicht einmal wirklich groß ist. Besonders gut gefallen hat uns, dass es so farbenfroh ist und dass der Hauptstrand nicht komplett zugebaut ist mit großen Hotels. Hier wurde die Natur weitestgehend erhalten und Hotels & Co. wurden eher in die Natur integriert.

Neben dem Surfen, kann man hier auch SUP Touren machen und noch so vieles mehr. Mit einem Auto kann man auch toll die Nachbarorte erkunden, die auf ihre Art und Weise wieder anderes zu bieten haben. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht und wir würden in jedem Fall immer wieder dorthin reisen.